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Kündigung? Freistellung? Oder verkaufen?

Was tun mit meiner privaten Unfallversicherung?

Silke T. ist in eine finanzielle Notlage geraten und überlegt, ob sie vorzeitig ihre private Unfallversicherung auflösen sollte. Während die Tatsache ihr bekannt ist, dass man Lebensversicherungen verkaufen kann, hat sie zwar von der Möglichkeit gehört, auch private Unfallversicherungen verkaufen zu können, doch hat sie hier großen Informationsbedarf und viele Fragen. Ein Bekannter hat mit einem seriösen Aufkäufer gute Erfahrungen gemacht und rät Silke T., sich dort eingehend beraten zu lassen.

In Deutschland unterteilt sich die Unfallversicherung in die gesetzliche und in die private Unfallversicherung. Schon seit dem Jahr 1884 besteht in Deutschland eine gesetzliche Unfallversicherung, die von Otto von Bismarck im Rahmen des Sozialversicherungssystems geschaffen wurde. Heute zählt die gesetzliche Unfallversicherung neben der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung zu einem der fünf Zweige der deutschen Sozialversicherung. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlen entweder die Arbeitgeber oder die Gemeinden, die Länder oder der Bund, zum Beispiel für ihre ehrenamtlichen Helfer. Die Begünstigten aus der gesetzlichen Unfallversicherung müssen keine Beiträge zahlen.

Das Ziel der gesetzlichen Unfallversicherung ist es, Leistungen nach einem Arbeitsunfall oder nach einer berufsbedingten Erkrankung zu erbringen. Auch Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, von Berufskrankheiten und von Gesundheitsgefahren, die durch die Arbeit verursacht werden, gehören zu den Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung. Aus den Aufgaben und Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung wird deutlich, dass nicht alle Bundesbürger über diese Versicherung abgesichert sind. So erfolgen Zahlungen oder Sachleistungen nur für Arbeitnehmer, für Angestellte, für Minijobber, für Kindergartenkinder, für Schüler, für Studenten, für Auszubildende, für Landwirte und deren Familienangehörige, für Pflegepersonen und für Haushaltshilfen, für Helfer bei einem Unglücksfall, im Zivilschutz oder im Katastrophenschutz, für Entwicklungshelfer, für Strafgefangene, für Blutspender und für Organspender. Auch Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, die bei Ausübung ihrer Meldepflicht einen Unfall erleiden, Helfer bei Bauarbeiten, die nicht gewerbsmäßig ausgeübt werden, Gerichtszeugen, ehrenamtliche Helfer beim Bund, beim Land, bei einer Gemeinde oder in einer anderen öffentlich-rechtlichen Einrichtung sowie Behinderte, die in einer Behindertenwerkstatt arbeiten, sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Freiwillig können sich außerdem Unternehmer, Selbstständige, Freiberufler und in einem privat geführten Unternehmen mitarbeitende Ehegatten in der gesetzlichen Unfallversicherung versichern. Es erfolgen aber nur dann Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn der Versicherte in Ausübung seiner Tätigkeit, auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg nach Hause einen Unfall erleidet.

Alle Personen, die nicht zu dem berechtigten Personenkreis der gesetzlichen Unfallversicherung gehören und alle berechtigten Personen, die auch Unfälle außerhalb ihrer Tätigkeit absichern möchten, müssen eine private Unfallversicherung abschließen. Eine private Unfallversicherung leistet Zahlungen oder Sachleistungen bei Unfällen, die im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit geschehen. Die private Unfallversicherung ist weltweit und ohne zeitliche Beschränkung gültig. Sie zahlt gemäß den individuellen Versicherungsbedingungen bei einem Unfall und zum Teil bei schweren Erkrankungen. Die Leistungen der privaten Unfallversicherung beinhalten häufig Zusatzleistungen, wie zum Beispiel ein Krankenhaustagegeld, eine Beihilfe zu Kurkosten, die Kostenübernahme für kosmetische Operationen, die Übernahme von Bergungskosten oder spezielle Leistungen bei Knochenbrüchen.


Gesetzliche Unfallversicherung

Leistungen erfolgen bei:

  • Arbeitsunfall
  • Wegeunfall
  • Berufskrankheiten

Versicherungsumfang:

  • beschränkt auf Arbeitszeit
  • beschränkt auf den direkten Weg zur Arbeit und nach Hause
  • beschränkt auf Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen

Private Unfallversicherung

Leistungen erfolgen bei: 

  • Unfall im Haushalt 
  • Unfall in der Freizeit 
  • Unfall im Urlaub 

Versicherungsumfang: 

  • weltweit und rund um die Uhr 
  • Unfälle gemäß den Versicherungsbedingungen 
  • zum Teil auch Leistungen bei schwerer Erkrankung

Viele Deutsche sind über die gesetzliche Unfallversicherung gegen Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten abgesichert. Gegen Unfälle im Privatleben hingegen muss sich jeder Verbraucher privat versichern und die Beiträge zu der Versicherung selbst zahlen. Da ein Unfall aber jederzeit schnell geschehen kann, ist eine Absicherung des Versicherungsnehmers und seiner Familie immer sinnvoll. Durch einen Unfall kann sich das Leben der ganzen Familie komplett ändern und es können große finanzielle Belastungen auf das Unfallopfer und seine Angehörigen zukommen. Dazu gehören zum Beispiel der Verdienstausfall, eine teure Therapie, ein Umbau der Wohnung oder des Hauses in eine behindertengerechte Wohneinheit oder andere Hilfsmittel, die von der Krankenversicherung nicht übernommen werden. Je nach den Versicherungsbedingungen erfolgt eine Leistung nur bei einem Unfall, der von der Versicherungsgesellschaft als solcher anerkannt wird. Diese Leistung wird erbracht entweder als eine einmalige Kapitalauszahlung, als eine Rente oder als eine Kombination aus diesen beiden Leistungen. Allerdings erhält der Versicherte keine Zahlung aus der klassischen privaten Unfallversicherung, wenn er keinen Unfall erleidet. Auch wenn er die Versicherung kündigt, sind seine bisherigen Versicherungsbeiträge verloren und er erhält keine Rückzahlung der Beiträge. In diesem Fall kann der Versicherungsnehmer die Versicherung bis zu seinem Tod weiterlaufen lassen oder er kann sie für einige Zeit ruhen lassen, wenn er die Versicherungsbeiträge zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht mehr bezahlen kann und wenn die Versicherungsgesellschaft sich mit der Ruhendstellung einverstanden erklärt. Allerdings besteht bei einer ruhenden Unfallversicherung kein Versicherungsschutz, der Versicherte erhält also während dieser Zeit keine Zahlungen aus der Unfallversicherung, falls er in einen Unfall verwickelt werden sollte.

Anders sieht es hingegen bei einer Unfallversicherung mit einer Beitragsrückerstattung, auch Beitragsrückgewähr oder Prämienrückgewähr genannt, aus. Bei dieser Sonderform der privaten Unfallversicherung handelt es sich um eine Kombination aus einer klassischen Unfallversicherung mit einer Kapitallebensversicherung. Die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr oder Prämienrückgewähr wird mit UBR oder UPR abgekürzt. Es handelt sich um eine steigende, gemischte Versicherung, die beinhaltet, dass der Versicherungsnehmer gleichzeitig zwei Versicherungen abschließt. Die Versicherungsgesellschaft entnimmt die Kosten für die Unfallversicherung sowie für den Abschluss und die Verwaltung der Versicherung aus den Kapitalerträgen der Lebensversicherung. Falls der Versicherte verstirbt oder bei Ablauf der Versicherung werden die verbleibenden Versicherungsbeiträge zuzüglich eventuell erwirtschafteter Überschussanteile an den Begünstigten ausgezahlt. Vor der Rückzahlung werden aber die gesetzliche Versicherungssteuer und eventuell berechnete Ratenzahlungszuschläge abgezogen. Da es sich um eine Kombination einer Lebensversicherung mit einer Unfallversicherung handelt, fallen die Beiträge zu der Unfallversicherung mit Beitragsrückerstattung höher aus als für eine klassische Unfallversicherung. Dafür erhält der Versicherte am Ende der Laufzeit eine Beitragsrückzahlung aus der Versicherung. Außerdem hat er die Möglichkeit, bei einem finanziellen Engpass die Versicherung zu kündigen oder zu verkaufen. Nachfolgend zusammengefasst die Vorteile und die Nachteile einer privaten Unfallversicherung.


Die Vorteile einer privaten Unfallversicherung

Ein großer Vorteil der privaten Unfallversicherung ist ihr Geltungsbereich auf der ganzen Welt und ohne zeitliche Beschränkung. Der Versicherte genießt also weltweiten Versicherungsschutz rund um die Uhr. Dabei muss aber beachtet werden, dass bei einem Unfall im Ausland die Behandlungskosten für einen Arzt in der Regel nicht von der privaten Unfallversicherung übernommen werden. Zur Abdeckung dieser Kosten kann der Versicherungsnehmer zusätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Wer eine private Unfallversicherung ohne Beitragsrückerstattung abschließt, kann sich und seine Familie schon für einen relativ geringen Betrag absichern. Eine private Unfallversicherung leistet auch dann, wenn es sich bei dem Unfall um einen Arbeitsunfall oder um einen Wegeunfall auf dem Arbeitsweg handelt. So kann der Versicherte bei einem Arbeitsunfall Leistungen sowohl aus der gesetzlichen wie aus der privaten Unfallversicherung erhalten. Es können Zusatzleistungen zur privaten Unfallversicherung abgeschlossen werden, wie zum Beispiel kosmetische Operationen, Krankentagegeld oder eine erhöhte Gliedertaxe. Sinnvoll ist eine Kombination aus Einmalzahlung bei einem Unfall zuzüglich einer lebenslangen Rentenzahlung, um auch die Spätfolgen abzusichern.

Die Vorteile einer privaten Unfallversicherung auf einen Blick:

  • Weltweit gültig
  • geringe Beiträge
  • Absicherung der gesamten Familie
  • leistet auch bei Arbeitsunfällen
  • Abschluss von Zusatzleistungen ist möglich
  • durch Kombination von Einmalzahlung und Rentenzahlung bestmögliche Absicherung

Die Nachteile einer privaten Unfallversicherung

Ein Nachteil der privaten Unfallversicherung ist die Berechnung der Versicherungsprämie, die für jeden Versicherten individuell berechnet wird. Bei vielen Verträgen zahlen zum Beispiel ältere Versicherte oder Versicherungsnehmer mit einem gefährlichen Beruf oder mit einem risikoreichen Hobby einen höheren Versicherungsbeitrag. Eine private Unfallversicherung stellt keinen allumfassenden Schutz dar, da Leistungen nur dann erfolgen, wenn die Schädigung des Versicherten durch ein Ereignis herbeigeführt wurde, das in den Versicherungsbedingungen als Unfall definiert wird. Einige Unfallversicherungen haben aber mittlerweile ihre Versicherungsbedingungen ergänzt und leisten auch Zahlungen bei Schäden, die durch eine schwere Erkrankung, wie zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, oder auch durch eine Lebensmittelvergiftung oder durch eine Taucherkrankheit herbeigeführt wurden. Bei einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr zahlt der Versicherte höhere Beiträge. Der Versicherte ist an eine solche Versicherung sehr lange gebunden und vorzeitige Kündigungen sind in der Regel mit finanziellen Verlusten verbunden.

Die Nachteile einer privaten Unfallversicherung auf einen Blick:

  • Versicherungsprämie ist von Alter, Beruf und gefährlichen Hobbys abhängig
  • Versicherungsleistung erfolgt nur, wenn es sich um einen Unfall gemäß den Versicherungsbedingungen handelt
  • nur in einigen Verträgen erfolgen Leistungen auch nach schweren Erkrankungen
  • Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr ist deutlich teurer
  • bei Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr langfristige Vertragsbindung

 

Bei einem Unfall denken die meisten Menschen an einen Autounfall oder an einen sonstigen Unfall im Straßenverkehr. Ein Blick auf die aktuellen Unfallstatistiken zeigt aber, dass die meisten Unfälle mit Todesfolge im Haushalt geschehen, gefolgt von Unfällen in der Freizeit. Tödliche Verkehrsunfälle machen weniger als die Hälfte der Unfälle im Haushalt aus und liegen damit auf Platz drei der Unfallstatistik. Auf dem vierten Platz der Statistik von tödlichen Unfällen finden sich Arbeitsunfälle, gefolgt von Wegeunfällen auf dem Weg zur Arbeit. Für die häufigsten Unfälle kommt somit nicht die gesetzliche Unfallversicherung auf. Sofern der Verunglückte nicht über eine private Unfallversicherung verfügt, erhalten er oder seine Angehörigen keine Leistungen nach einem Unfall im Haushalt oder in der Freizeit, was zu finanziellen Folgen führen kann, die die wirtschaftliche Existenz des Unfallopfers oder seiner Familie gefährden können.

Ein Unfall kann schnell und jederzeit geschehen. Nach der Definition der Versicherungsgesellschaften handelt es sich bei einem Unfall um ein plötzliches Ereignis, das von außen unfreiwillig auf den Körper einwirkt und das zu einer Schädigung der Gesundheit führt. Diese Definition macht deutlich, dass ein Unfall jeden treffen kann und dass es sich bei einer privaten Unfallversicherung um eine sehr wichtige Versicherung für die ganze Familie handelt. Trotzdem kann ein Versicherungsnehmer in eine wirtschaftliche Zwangslage kommen, in der er über den Fortbestand seiner privaten Unfallversicherung nachdenken muss. Bei einer Unfallversicherung mit Beitragsrückzahlung kann auch die Höhe des monatlichen Beitrags sich belastend auf die Haushaltskasse auswirken und der Versicherte denkt über den Wechsel in eine klassische private Unfallversicherung mit einem geringeren Beitrag nach. Da es sich bei einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr auch um eine Lebensversicherung handelt, deren Überschussanteile von der Situation am Geldmarkt abhängig sind, erzielen die Besitzer solch einer Versicherung zurzeit nur eine sehr geringe Rendite. Auch das ist ein Grund, den Fortbestand der Versicherung kritisch zu überdenken. Allerdings muss sich der Versicherungsnehmer immer bewusst sein, dass eine vorzeitige Beendigung der Versicherung mit finanziellen Einbußen verbunden ist.

Wenn ein Versicherungsnehmer in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und seine Versicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen kann, sollte er darüber nachdenken, ob er seine private Unfallversicherung verkauft, kündigt oder freistellt. Dabei ist aber zu beachten, dass eine klassische Unfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr nicht verkauft werden kann. Bei der klassischen Unfallversicherung erfolgt keine Rückzahlung der Versicherungsbeiträge an den Versicherten, dafür werden geringere Prämien berechnet. Bei Kündigung der Versicherung sind die bisher gezahlten Beiträge verloren und der Versicherungsnehmer hat mit Datum der Kündigung keinen Versicherungsschutz mehr. Der Versicherungsschutz entfällt auch bei einer Freistellung der privaten Unfallversicherung für die Dauer der Freistellung. Dafür kann die Versicherung nach einer bestimmten Zeit wieder zu den alten Bedingungen aufgenommen werden, ohne dass eine erneute Berechnung der Beiträge erfolgt. Anders sieht es hingegen bei einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr aus. Da es sich um eine Kombination aus Unfallversicherung und Lebensversicherung handelt, kann diese Versicherung sowohl gekündigt als auch freigestellt werden.


Klassische private Unfallversicherung

  • Kündigung ist möglich
  • Freistellung ist möglich bei Verzicht auf Versicherungsschutz
  • Verkauf ist nicht möglich

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

  • bei Kündigung finanzielle Verluste
  • Freistellung ist möglich bei Verzicht auf Versicherungsschutz
  • Verkauf ist möglich

Die Kündigung einer privaten Unfallversicherung kann sowohl als ordentliche Kündigung als auch als außerordentliche Kündigung erfolgen. Für jeden Versicherten gilt als Versicherungsbeginn der privaten Unfallversicherung der Tag, der in dem Versicherungsvertrag als Versicherungsbeginn angegeben ist. Allerdings muss der Versicherungsnehmer die Versicherungsprämie pünktlich bezahlt haben, in der Regel bedeutet dies innerhalb von zwei Wochen, nachdem er die Rechnung für die Versicherung erhalten hat. Wenn der Versicherungsvertrag für eine Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen wurde, kann eine Kündigung spätestens drei Monate vor Ablauf des Jahres erfolgen. Wird die Versicherung nicht fristgerecht gekündigt, verlängert sie sich automatisch um ein weiteres Jahr. Es gibt auch Versicherungsverträge mit einer längeren Laufzeit, dies trifft vor allem auf Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr zu. In diesem Fall kann eine Kündigung der Versicherung frühestens drei Jahre nach Versicherungsbeginn erfolgen. Auch hier muss eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Vertragsende eingehalten werden. Das Vertragsende richtet sich immer nach dem Tag des Versicherungsbeginns, wodurch ein Versicherungsjahr nicht einem Kalenderjahr entsprechen muss. Eine Versicherungskündigung muss immer schriftlich erfolgen, der Versand des Kündigungsschreibens sollte per Einschreiben erfolgen.

Eine außerordentliche Kündigung einer privaten Unfallversicherung kann immer nach der Abwicklung eines Versicherungsfalls vorgenommen werden. Sowohl die Versicherungsgesellschaft als auch der Versicherungsnehmer haben nach einem Schadensfall das Recht, die Versicherung innerhalb eines Monats außerordentlich zu kündigen. Falls die Kündigung durch den Versicherten ausgesprochen wird, ist sie sofort wirksam. Der Versicherte muss nur die anteilige Versicherungsprämie bis zum Tag der Kündigung bezahlen. Erfolgt die außerordentliche Kündigung durch die Versicherungsgesellschaft, tritt die Kündigung einen Monat nach Zugang des Kündigungsschreibens bei dem Versicherten in Kraft. Eine weitere Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung durch den Versicherungsnehmer besteht bei der Erhöhung der Versicherungsprämie. Die Versicherung ist verpflichtet, ihre Kunden auf die Möglichkeit der außergewöhnlichen Kündigung hinzuweisen.

Bei der Kündigung einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr ist der Rückkaufswert der Versicherung zu beachten. Da es sich bei der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr um eine Kombination aus Unfallversicherung und Kapitallebensversicherung handelt, kann der Versicherte bei einer Kündigung der Versicherung nur den Kapitalanteil zurückverlangen, der in die Lebensversicherung geflossen ist. Der andere Teil der Versicherungsprämie ist für die Unfallversicherung, für Abschlussprovisionen, für Bearbeitungsgebühren und für sonstige Kosten der Versicherungsgesellschaft bestimmt. Handelt es sich um eine erst vor kurzer Zeit abgeschlossene Versicherung, besteht bei einer Kündigung noch kein Kapitalanteil und der Versicherungsnehmer erhält kein Geld zurück. Doch auch der Rückkaufswert, den die Versicherungsgesellschaft bei einer Kündigung auszahlt, fällt geringer aus als der Rückzahlungsanspruch, den der Versicherte zum regulären Ablauf der Versicherung hat. Das liegt unter anderem an den niedrigen Kapitalmarktzinsen, mit denen die Versicherungsgesellschaften zurzeit für ihre Geldanlagen keine hohe Rendite erwirtschaften können. Die Kündigung einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sollte daher sehr gut überlegt werden und der Versicherte sollte sich auch über Alternativen Gedanken machen.


Ordentliche Kündigung:

  • Kündigungsfrist beachten 
  • Kündigung immer schriftlich

Außerordentliche Kündigung:

  • nach einem Schadensfall 
  • nach einer Prämienerhöhung

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr:

  • Kündigungsfrist beachten 
  • Auszahlung des Rückkaufswertes

Die Freistellung oder das Ruhen einer privaten Unfallversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn der Versicherungsnehmer für einige Zeit die Versicherungsbeiträge einsparen möchte. Viele Versicherungen beinhalten in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen die Möglichkeit, dass der Versicherungsvertrag für eine bestimmte Zeit ruht, wenn der Versicherte arbeitslos wird oder wenn er sich in einem militärischen Einsatz befindet. Der Vorteil einer Freistellung liegt darin, dass der Versicherungsvertrag nach der vereinbarten Zeit zu den gleichen Bedingungen weitergeführt wird. Bei einer Kündigung und einem späteren Neuabschluss einer privaten Unfallversicherung erfolgt eine erneute Kalkulation der Versicherungsprämie. Diese wird schon aus dem Grund höher ausfallen als die bisherige Prämie, weil der Versicherte bei Abschluss einer neuen Versicherung älter geworden ist. 

Nur eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr kann weiterverkauft werden, bei einer klassischen Unfallversicherung ist ein Verkauf nicht möglich. Der Ankäufer ist ausschließlich an den Erträgen aus der Kapitallebensversicherung, die einen Teil der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr bildet, interessiert. Auf dem Zweitmarkt für Versicherungen finden sich einige Anbieter, die bereit sind, eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr anzukaufen. Allerdings sind die meisten Anbieter nur bereit, reine Lebensversicherungen anzukaufen und es ist nicht so einfach, einen Käufer für eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr zu finden. Der Versicherte sollte bei der Auswahl des Ankäufers vor allem darauf achten, dass es sich um einen seriösen Ankäufer handelt. Die Seriosität des Käufers kann zum Beispiel anhand von Erfahrungsberichten anderer Kunden überprüft werden. Es finden sich im Internet verschiedene Ratgeberseiten zu dem Thema Ankauf von Versicherungen, auf denen andere Versicherte von ihren Erfahrungen mit bestimmten Ankäufern berichten. Auch der Bund der Versicherten oder Verbraucherschutzorganisationen geben hilfreiche Tipps und Ratschläge zu diesem Thema. So können Versicherte auch verschiedene Testberichte zu einzelnen Versicherungsankäufern einsehen und sich so für einen Anbieter entscheiden.

Für den Verkauf einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr muss ein Kaufvertrag abgeschlossen werden. Ein seriöser Ankäufer stellt diesen Kaufvertrag formgerecht aus, sodass der Verkäufer den Vertrag nur noch unterschreiben muss. Dabei sollte der Versicherte darauf achten, dass in dem Vertrag die Auszahlung des vereinbarten Kaufpreises in einer kompletten Summe vereinbart wird. Auf kleinere Teilzahlungen sollte sich der Verkäufer nicht einlassen, da nicht sicher ist, ob der Ankäufer in einigen Monaten oder Jahren noch am Zweitmarkt für Versicherungen tätig ist. Außerdem spricht es sowohl für die Seriosität als auch für die Liquidität des Ankäufers, wenn er den gesamten Kaufpreis in einer Summe zahlt.


Wichtige Punkte bei einem Verkauf:

  • auf seriösen Ankäufer achten
  • Erfahrungsberichte anderer Verkäufer beachten
  • Testberichte einholen
  • unverbindliche Angebote einholen
  • den vollen Kaufpreis auszahlen lassen, keine kleineren Teilbeträge oder auf jährliche Zahlung verteilte Raten

Steuerliche Aspekte bei dem Verkauf einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Bei dem Verkauf einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr betrifft der steuerliche Aspekt die in der Versicherung enthaltene Lebensversicherung. Auch für Versicherte, die eine separate Lebensversicherung verkaufen, ergibt sich unter Umständen eine Steuerpflicht. Diese hängt davon ab, wann der Versicherungsvertrag abgeschlossen wurde. Wenn es sich um eine ältere Versicherung handelt, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurde, die eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren hat und für die der Versicherungsnehmer mindestens fünf Jahre lang die vereinbarten Beiträge gezahlt hat, ist der Verkauf dieser Versicherung steuerfrei. Wurde die Versicherung nach dem 31. März 1996 abgeschlossen, muss die Summe, die im Todesfall des Versicherten ausgezahlt wird, mindestens 60 Prozent der Beitragssumme zu der Lebensversicherung betragen. Falls die vorgenannten Bedingungen bei vor dem Jahr 2005 abgeschlossenen Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr nicht erfüllt werden, muss der Verkäufer den Betrag versteuern, der sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Ankaufspreis und den bisher gezahlten Beiträgen ergibt. 

Wurde die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr erst nach dem Jahr 2005 abgeschlossen, muss der Verkäufer darauf achten, ob der gezahlte Preis, den er für den Verkauf der Versicherung erhalten hat, die bis zum Verkaufstag gezahlten Beiträge übersteigt. Falls das nicht der Fall ist und der Verkäufer weniger Geld ausgezahlt bekommt, als er eingezahlt hat, muss er keine Steuern zahlen. Liegt der Kaufpreis aber über den eingezahlten Beträgen, müssen für die Differenz zwischen Kaufpreis und geleisteten Beiträgen 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag gezahlt werden.

Sozialversicherung => Teil des soziales Netzes in Deutschland

Beitragsrückgewähr => teilweise Rückzahlung der Versicherungsbeiträge 

Gliedertaxe => Berechnung des Invaliditätsgrades

Rendite => Ertrag einer Kapitalanlage

Versicherungsprämie => Versicherungsbeitrag 

Rückkaufswert => gezahlte Beiträge zuzüglich Zinsen, abzüglich Abschlussprovision und Vertriebs- und Verwaltungskosten