Rentner
Ein Rentner ist eine Person, die von der gesetzlichen Rentenversicherung eine laufende Rentenzahlung erhält – meist nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters, aber auch aufgrund von Erwerbsminderung oder als Hinterbliebener. Grundlage der Rente sind die Pflichtbeiträge und freiwilligen Beiträge, die während des Erwerbslebens in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurden. Wie hoch die Rente ausfällt, hängt von der Anzahl der Beitragsjahre, der Höhe des Einkommens und dem jeweils gültigen Rentenwert ab.
Umgangssprachlich wird "Rentner" oft synonym zu "Ruheständler" verwendet – rechtlich korrekt bezieht sich der Begriff jedoch spezifisch auf den Leistungsbezug aus der gesetzlichen Rentenversicherung (im Unterschied zum Pensionär, siehe unten).
Welche Arten von Renten gibt es?🔗
Nicht jede Rente ist gleich. Die gesetzliche Rentenversicherung unterscheidet vor allem zwischen drei großen Kategorien:
- Altersrente
Die klassische Rente nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Wer 45 Beitragsjahre nachweisen kann, hat zudem Anspruch auf die sogenannte "Rente für besonders langjährig Versicherte" (umgangssprachlich Rente mit 63) – teils mit Abschlägen, teils abschlagsfrei, je nach Jahrgang und Wartezeit.
Wird gezahlt, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten kann – unabhängig vom Alter. Man unterscheidet volle und teilweise Erwerbsminderung.
Witwen-, Witwer- und Waisenrenten sichern Angehörige nach dem Tod des Versicherten finanziell ab.
Daneben gibt es Sonderformen wie die Basisrente (Rürup-Rente), die betriebliche Altersvorsorge oder die private Rentenversicherung – letztere ist freiwillig und ergänzt die gesetzliche Absicherung individuell.
Ab wann ist man Rentner? Das gesetzliche Rentenalter🔗
Die Regelaltersgrenze wird schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für Personen, die 1964 oder später geboren sind, liegt sie einheitlich bei 67 Jahren. Ein vorzeitiger Renteneintritt ist möglich, meist jedoch mit dauerhaften Abschlägen auf die Rentenhöhe verbunden.
| Geburtsjahr | Reguläres Renteneintrittsalter |
|---|---|
| bis 1946 | 65 Jahre |
| 1947–1963 | steigend, 65 Jahre + x Monate |
| ab 1964 | 67 Jahre |
Rentner oder Pensionär – wo liegt der Unterschied?
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt:
- Rentner beziehen ihre Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung – typischerweise Angestellte und Arbeiter.
- Pensionäre sind ehemalige Beamte, die eine Pension vom Dienstherrn (Staat) erhalten, keine Rente aus der gesetzlichen Rentenkasse.
Der Unterschied wirkt sich unter anderem auf Steuer, Krankenversicherung und Höhe der Bezüge aus.
Wie hoch ist die Rente in Deutschland?🔗
Die Höhe der individuellen Rente errechnet sich vereinfacht aus den während des Erwerbslebens gesammelten Entgeltpunkten multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert. Wichtig für die Praxis:
- Das Rentenniveau – also das Verhältnis der Rente zum letzten Einkommen – ist in den letzten Jahrzehnten spürbar gesunken.
- Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten, insbesondere durch Inflation bei Energie, Miete und Lebensmitteln.
- Der demografische Wandel (mehr Rentner, weniger Beitragszahler) belastet das umlagefinanzierte System zusätzlich.
Diese Entwicklung führt dazu, dass viele gesetzlich Versicherte im Ruhestand eine spürbare Versorgungslücke feststellen – und auf ergänzende private Vorsorge angewiesen sind.
Was bedeutet das für Ihre private Altersvorsorge?🔗
Genau wegen des sinkenden Rentenniveaus haben in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Deutsche zusätzlich privat vorgesorgt – häufig über eine private Rentenversicherung, eine Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung oder einen Bausparvertrag. Diese Verträge sollten die gesetzliche Rente im Alter ergänzen.
In der Praxis zeigt sich jedoch oft: Viele dieser Verträge laufen nicht mehr optimal. Gründe dafür sind zum Beispiel:
- niedrige Garantiezinsen aus älteren Tarifgenerationen,
- veränderte Lebensplanung (z. B. wird das gebundene Kapital heute dringender benötigt als in 10 oder 20 Jahren),
- gestiegene Kosten oder unattraktive Fondsentwicklung bei fondsgebundenen Policen,
- der Wunsch, kurzfristig über das gebundene Kapital verfügen zu können.
An dieser Stelle stellt sich für viele (angehende) Rentner die Frage: Weiterlaufen lassen, kündigen – oder verkaufen?