Die Gesamtverzinsung gibt an, wie hoch ein Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag insgesamt verzinst wird. Sie ist die zentrale Kennzahl, wenn man klassische Policen verschiedener Anbieter miteinander vergleichen möchte.
Sie setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen. Der erste ist die laufende Verzinsung, also der garantierte Rechnungszins plus die laufende Zinsüberschussbeteiligung. Dieser Teil wird dem Vertrag Jahr für Jahr gutgeschrieben und ist damit sicher. Der zweite Baustein ist der Schlussüberschuss samt Beteiligung an den Bewertungsreserven. Er wird nur am Ende der Laufzeit fällig und ist bis dahin nicht garantiert – der Versicherer kann ihn kürzen.
Aktuelle Werte
Nach der Marktstudie der Ratingagentur Assekurata liegt die laufende Verzinsung in der klassischen privaten Rentenversicherung 2026 im Branchendurchschnitt bei 2,62 Prozent, nach 2,53 Prozent im Vorjahr. Inklusive Schlussüberschüssen ergibt sich eine in Aussicht gestellte Gesamtverzinsung von durchschnittlich 3,23 Prozent. Die Spannweite zwischen den Anbietern ist erheblich; einzelne Gesellschaften liegen deutlich darüber. Der Höchstrechnungszins für Neuverträge wurde zum Januar 2025 erstmals seit rund drei Jahrzehnten wieder angehoben, von 0,25 auf 1,0 Prozent.
Was die Zahl nicht aussagt
Die Gesamtverzinsung bezieht sich auf das Sparkapital, nicht auf den eingezahlten Beitrag. Da ein Teil der Prämie für Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten abgeht, fällt die tatsächliche Beitragsrendite spürbar niedriger aus. Ein hoher Deklarationssatz allein sagt deshalb wenig darüber aus, was am Ende beim Kunden ankommt. Aussagekräftiger sind zusätzlich die Effektivkosten und die Finanzstärke des Versicherers.