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Bilanztricks bei Versicherern?

Lange Zeit hieß es, dass steigende Zinsen der Ausweg aus der Misere für Lebensversicherungsgesellschaften bedeuten würden. Mit den nun steigenden Zinsen zeigt sich aber: **Es ist genau das Gegenteil der Fall.**
Lesezeit: 5 Minuten
Presse
Von Felix Früchtl - 07.11.2022

Wieso die hohen Zinsen nun dazu führen können, dass Versicherungsgesellschaften das Geld ihrer Kunden gar nicht mehr auszahlen können, wie weit die aktuelle Situation schon fortgeschritten ist und wie sich die Versicherungsgesellschaften an Bilanzierungstricks bedienen, dass erfahren Sie in einer neuen Folge ProLife TV!



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Das Problem liegt darin, dass Versicherungsgesellschaften per Gesetz dazu verpflichtet sind, einen Großteil des Deckungsstockes aus klassischen Lebens- und Rentenversicherungen in sogenannte mündelsichere Anlagen zu investieren.
Solche mündelsichere Anlagen sind z. B. Staatsanliegen, da Staaten in der Theorie die geringste Ausfallquote bieten.
Wenn nun rund 80% des Deckungsstockes der Versicherungen in Staatsanleihen investiert sind, dann ist es auch nur nachvollziehbar, dass solche Staatsanleihen ausgewählt werden, die noch einigermaßen Rendite versprechen. Das waren in den letzten Jahren vor allem süd- und osteuropäische Anleihen.
Dann kamen die steigenden Zinsen!
Und die Zinsen für Staatsanleihen schnellten nach oben. Wurde vor einem Jahr eine 10-jährige italienische Staatsanleihe mit rund 1% Verzinsung ausgegeben, so sind es heute schon 4,5%.
Damit werden die "alten" Anleihen natürlich uninteressant, da es deutlich weniger Rendite für das gleiche Risiko gibt.
Der Kursverlust dieser Anleihen ist immens. Mindestens 30%, teilweise sogar nahe 50% des gesamten Wertes sind innerhalb weniger Woche verloren gegangen.

Doch wo liegt das Problem?

Die Problematik haben wir vor einigen Wochen in England bei den dortigen Pensionskassen beobachten dürfen.
Dort sind, aufgrund fehlgeleiteter finanzpolitischer Entscheidungen, die Zinsen für Staatsanleihen massiv angestiegen.
Die Pensionskassen gerieten unter Druck und konnten ihre Liquidität nur durch massive Unterstützung der Bank of England aufrecht erhalten. Die Liquidität für die Auszahlung an die Bezugsberechtigten (Rentner) wäre schlichtweg nicht vorhanden.
Gleiches ungemacht droht den deutschen Versicherungsgesellschaften. Bei einem erhöhten Mittelabfluss durch eine verstärkte Nachfrage der Kunden nach ihrem Geld, müssten einige Versicherungsgesellschaften Anleihen zu aktuellen Preisen verkaufen, die deutlich unter dem bilanzierten Nominalwert liegen würden.
Zu Deutsch: Es ist nicht genügend Geld für alle Kunden da.

Ist das Problem schon sichtbar?
Zum Teil. Wie oben bereits angesprochen wurde die Problematik in England schon offensichtlich. Die Grundstruktur der deutschen Lebensversicherer ist ähnlich und es bedarf nur eines kleinen Funkes zur Auslösung eines Flächenbrands.
Auswirkungen auf die Solvenzquote oder Bilanzkennzahlen der Versicherungsgesellschaften können aktuell noch nicht gesehen werden, denn Versicherungsgesellschaften haben laut dem internationalen Bilanzierungsstandart IFRS nach "held to maturity" zu bilanzieren, was bedeutet, dass außerordentliche Abschreibungen nicht getätigt werden müssen, wenn diese als nur vorübergehend angesehen werden. So sind in vielen Bilanzen der Versicherer immer noch die Nominalwerte bilanziert und alles sieht gut aus!

Fazit:
Rette sich wer kann und solange noch Liquidität bei den Versicherern vorhanden ist. Sobald die Liquidität fehlt, gibt es mit Regelungen, wie dem § 314 Versicherungsaufsichtsgesetz oder dem Risikobegrenzungsgesetz genügend Grundlagen, das Geld der Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigen einzustreichen!

Zu Gast hat unser Geschäftsführer Felix Früchtl heute den Finanzmarktspezialisten und Ex-Investmentbanker Herr Jürgen Wechsler von @GeldMehrWert - Jürgen Wechsler der Forex Freiheit GmbH. forexfreiheit.de