Lebensversicherung
Eine Lebensversicherung ist ein Vertrag zwischen einer versicherten Person und einem Versicherungsunternehmen, bei dem regelmäßig Beiträge (Prämien) eingezahlt werden. Im Gegenzug erbringt der Versicherer eine vertraglich vereinbarte Leistung – typischerweise im Todesfall der versicherten Person, bei manchen Vertragsarten zusätzlich auch bei Vertragsablauf (Erlebensfall).
Die Lebensversicherung zählt zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Formen privater Vorsorge in Deutschland. Sie erfüllt dabei grundsätzlich zwei mögliche Funktionen, die je nach Vertragsart einzeln oder kombiniert vorkommen:
- Absicherung von Hinterbliebenen – im Todesfall wird eine vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt, um z. B. Kredite abzulösen, den Lebensunterhalt der Familie zu sichern oder Erbschaftssteuer zu decken.
- Kapitalaufbau – bei kapitalbildenden Verträgen wird zusätzlich Vermögen für den Erlebensfall (z. B. den eigenen Ruhestand) angespart.
Welche Arten von Lebensversicherungen gibt es?🔗
Reine Todesfallabsicherung ohne Sparanteil. Sie zahlt ausschließlich, wenn die versicherte Person während der Laufzeit verstirbt – ist dafür aber vergleichsweise günstig. Typisch zur Absicherung von Immobilienkrediten oder als Familienschutz.
Kombiniert Todesfallschutz mit Kapitalbildung. Ein Teil der Beiträge fließt in die Risikoabsicherung, ein anderer Teil wird verzinst angespart. Am Ende der Laufzeit (Erlebensfall) wird die angesparte Ablaufleistung ausgezahlt, im Todesfall vorher die vereinbarte Todesfallsumme.
Ähnlich der Kapitallebensversicherung, jedoch wird der Sparanteil nicht klassisch verzinst, sondern in Investmentfonds angelegt. Damit sind höhere Renditechancen, aber auch höhere Schwankungsrisiken verbunden.
Wichtig für Verbraucher: Diese Verträge kombinieren Risikoschutz und Vermögensaufbau in einem Produkt – eine Kombination, die aus Kostensicht in der Regel teurer ist, als beides getrennt abzuschließen (z. B. günstige Risikolebensversicherung + separater ETF-Sparplan). Ein unabhängiger Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich daher meist.
Was kostet eine Lebensversicherung?🔗
Die Beitragshöhe hängt unter anderem ab von:
- Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss,
- der vereinbarten Todesfallsumme bzw. Ablaufleistung,
- der Vertragslaufzeit,
- der Vertragsart (Risiko-, Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung),
- eingeschlossenen Zusatzbausteinen, z. B. einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ).
Lebensversicherung und Steuer🔗
Die steuerliche Behandlung einer Lebensversicherung hängt maßgeblich vom Abschlussdatum des Vertrags ab – insbesondere ob dieser vor oder nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde. Da dieses Thema komplex und einzelfallabhängig ist, gehen wir im separaten Lexikon-Beitrag "Besteuerung von Lebensversicherungen" detailliert darauf ein. Für eine verbindliche steuerliche Einschätzung empfehlen wir grundsätzlich die Rücksprache mit einem Steuerberater.
Lebensversicherung kündigen oder verkaufen? Der wichtige Unterschied beim Rückkaufswert🔗
Wer eine kapitalbildende Lebensversicherung vorzeitig beendet, erhält vom eigenen Versicherer in der Regel nur den sogenannten Rückkaufswert – also den zum Kündigungszeitpunkt angesparten Wert des Vertrags, oft gemindert durch Abschläge, Stornokosten oder eine ungünstige Stichtagsregelung.
Eine wirtschaftlich häufig attraktivere Alternative ist der Verkauf der Police an einen spezialisierten Ankäufer wie die ProLife GmbH, statt sie eigenständig zu kündigen. Der Vertrag wird dabei nicht aufgelöst, sondern die Rechte daraus gehen gegen Zahlung eines Kaufpreises auf den Käufer über.
Vorteile eines Verkaufs gegenüber der klassischen Kündigung
- Auszahlung in der Regel innerhalb von 18 Tagen nach vollständigem Eingang der Unterlagen
- Potenziell höherer Auszahlungsbetrag im Vergleich zur eigenständigen Kündigung
- Ankauf auch fondsgebundener und älterer Verträge, bei denen andere Wege oft ausscheiden
- ProLife übernimmt die komplette Korrespondenz mit dem bisherigen Versicherer
- Kostenfreie Prüfung, ob nach dem Verkauf noch weitere Ansprüche gegenüber dem Versicherer bestehen
Zu beachten: Ist an Ihre Lebensversicherung eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) gekoppelt, entfällt dieser Risikoschutz mit dem Verkauf bzw. der Kündigung der Hauptpolice – unabhängig davon, ob Sie sich für einen Verkauf oder eine Kündigung entscheiden. Mehr dazu im Lexikon-Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Häufige Fragen zur Lebensversicherung🔗
Was ist der Unterschied zwischen Risiko- und Kapitallebensversicherung? Die Risikolebensversicherung zahlt ausschließlich im Todesfall und bildet kein Kapital. Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparanteil, der am Laufzeitende als Ablaufleistung ausgezahlt wird.
Lohnt sich eine Lebensversicherung als Geldanlage? Das hängt stark vom individuellen Vertrag, Garantiezins und Abschlusszeitpunkt ab. Ältere Verträge mit hohem Garantiezins können attraktiver sein als neu abgeschlossene Policen. Eine pauschale Aussage ist nicht seriös möglich – hier hilft ein unabhängiger Fachberater weiter.
Kann ich meine Lebensversicherung vor Vertragsende verkaufen? Ja. Kapitalbildende Lebensversicherungen mit ausreichendem Rückkaufswert (üblicherweise ab ca. 1.000 €) können am sogenannten Zweitmarkt an spezialisierte Ankäufer wie ProLife verkauft werden – als Alternative zur Kündigung beim eigenen Versicherer.
Was passiert mit meiner Lebensversicherung im Todesfall vor Ablauf? Bei kapitalbildenden und Risikolebensversicherungen wird die vereinbarte Todesfallsumme an die im Vertrag benannten Bezugsberechtigten ausgezahlt. Mehr dazu im Lexikon-Beitrag zum Bezugsrecht.