Wieso steigen so viele Leute vorzeitig aus ihrer Versicherung aus? - ProLife zu Gast bei Inside Wirtschaft TV

Wieso steigen so viele Leute vorzeitig aus ihrer Versicherung aus?
Lesezeit: 3 Minuten
Presse
Von Felix Früchtl - 20.04.2022

Dauerhafte Niedrig- & Nullzinsen und dazu noch eine immer weiter steigende Inflation machen den Lebens- und Rentenversicherungen nach und nach den Gar aus. Über eine Million Menschen verkaufen jährlich ihre Lebensversicherung im Gesamtvolumen von rund zwölf bis 15 Milliarden Euro. “Viele Leute haben Angst davor, dass ihr Geld immer weniger wert wird. Sie möchten ihre Altersvorsorge auf sichere Beine stellen und ihr Geld woanders parken. Raus aus Papierwerten rein in Sachwerte”, sagt Felix Früchtl. Aber wie steigt man optimal aus seiner Versicherung aus?

“Häufig sehen wir, dass Leute deutlich mehr in ihre Police eingezahlt haben, als sie irgendwann mal zur Verfügung gestellt bekommen. Wir kaufen die Policen dann an und versuchen den Kunden optimal aus seinen Versicherungen heraus zu holen. Wir lösen die Policen dann selbst auch auf, weil sie einfach nicht rentabel genug sind”, so der Geschäftsführer der ProLife GmbH. Alle Infos im Interview von Inside Wirtschaft-Chefredakteur Manuel Koch und auf https://www.prolife-gmbh.de

Ketrina Morina

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Interview mit Chefredakteur Manuel Koch von Inside Wirtschaft

Manuel Koch: Nullzinspolitik und eine hohe Inflation machen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen seit Jahren im Prinzip den Garaus und das wird eigentlich immer schlimmer. Rund eine Millionen Menschen verkaufen ihre Lebensversicherungen pro Jahr, diese haben ein Volumen von gut 12 bis 15 Milliarden Euro. Wie kommt man aus so einer Lebensversicherung optimal raus? Wie kann man dort einen Mehrwert schaffen, auch vielleicht wenn man die Police schon längst gekündigt hat? Das bespreche ich heute mit Felix Früchtl, dem Geschäftsführer der ProLife GmbH aus Ingolstadt.
Herzlich willkommen hier in Berlin.

Felix Früchtl: Schön, dass ich da sein darf.

Manuel Koch: Die Frage, die uns am meisten interessiert, warum verkaufen so viele Leute ihre Police? Wollen diese vielleicht in Nullzins-Zeiten das Geld anders bzw. besser investieren? Bekommen die Leute woanders mehr Rendite?

Felix Früchtl: Natürlich spielt das aktuelle Thema Inflation hierbei wieder eine große Rolle, jeder bekommt das spätestens an der Tankstelle mit. Viele Leute möchten eben ihre Altersvorsorge auf sichere Fundamente stellen, überdenken dieses Thema, das heißt die Mehrheit möchte jetzt tatsächlich aus Papierversprechen raus. Alle haben so ein bisschen Angst davor, dass das Geld immer weniger wert wird und möchten das jetzt irgendwie in eigene Hände nehmen und vielleicht auch sicherer veranlagen.

Manuel Koch: Jetzt gibt es immer wieder neue Gesetzeslagen und Regulierungen auch in der Branche ist ja ganz viel passiert. Was sorgte in der Vergangenheit für Furore?

Felix Früchtl: Da gab es einige Punkte aus der längeren Vergangenheit:
Das Lebensversicherungsreformgesetz 1 und 2 beispielsweise.
Das Lebensversicherungsreformgesetz 2 aus 2014 zum Beispiel sorgte für große Furore, da es während der Fußball-WM 2014 verabschiedet wurde. Wir haben uns alle gefreut, dass wir Weltmeister geworden sind und währenddessen wurde eben die Bewertungsreserven der Sparer gestrichen. Heißt es wurde eine Gesetzesgrundlage geschaffen, die es den Lebensversicherungen ermöglicht die Bewertungsreserven der Kunden nach und nach einzustreichen. Anschließend kam der Paragraf 314 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Für viele wird dieser noch ein Begriff sein unter dem Paragraf 89 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Ich empfehle jedem Sparer diesen Paragrafen mal zu lesen! In diesem steht nämlich, dass die Lebensversicherungsgesellschaften entsprechend das Kapital dieser Policen von heute auf morgen auf null Euro runter reduzieren dürfen. Wenn diese aber in eine Schieflage geraten, muss der Sparer trotzdem weiter Monat für Monat einzahlen.
Im Jahr 2020 ging es dann so weiter mit dem Risikobegrenzungsgesetz, da wurde sich dann thematisch damit auseinandergesetzt, wie man eine in Schieflage geratene Lebensversicherung denn ordnungsgemäß abwickeln lassen kann.

Manuel Koch: Täglich beschäftigen wir uns mit Themen, wie mit Nullzinsen, hohe Inflation die eher noch steigen als sinken wird.
Ist die Nachfrage bei der ProLife GmbH seitdem gestiegen? Überlegen die Leute auch, wo Sie Ihr Geld anlegen sollen? Was mache ich damit, gehe ich in andere Asset-Klassen rein? Überlegen die Leute auch ob Sie in Gold oder andere Wertanlagen investieren sollen?

Felix Früchtl: Die Anfragen sind seitdem her auf jeden Fall gestiegen. Viele Anfragen die an uns gerichtet worden sind in der Vergangenheit, natürlich intensivierter durch das Corona Thema und durch die Inflation. Die Leute merken jetzt, dass ein Versprechen nicht viel wert ist, denn dieses kann von heute auf morgen gebrochen werden. Ein Papierversprechen ist im Zweifel nicht viel mehr wert als das Papier selbst.
Wie Sie richtig gesagt haben, die Leute, die sich an uns wenden, sind natürlich diejenigen, die dann sagen, sie möchten das Geld in irgendeiner Form sicher parken. Häufig sind es dann Sachwerte, das heißt raus aus Papierwerten rein in Sachwerten ist natürlich aktuell das Credo der Stunde.

Manuel Koch: Die ProLife GmbH bearbeitet sechs bis siebentausend Policen im Jahr, da sieht man wahrscheinlich eine ganze Menge! Was sind so die Hauptbedürfnisse?

Felix Früchtl: Was wir sehen ist teilweise wirklich erschreckend, also uns
kann tatsächlich nichts mehr schocken. Wir haben schon echt alles gesehen (lacht). Häufig sehen wir eben, dass Leute deutlich mehr in ihre Versicherungspolice eingezahlt haben, als sie dann irgendwann mal wieder zur Verfügung gestellt bekommen. Das bedeutet selbst nach Jahrzehnten des fleißigen Einsparens, haben Leute deutlich weniger in ihrer Police an Kapital gebildet, wie sie in der gesamten Laufzeit eingezahlt haben. Genau das ist natürlich ein Riesenproblem, weil viele Leute kein gutes Geld dem schlechten noch hinterherwerfen wollen. Die Beteiligten wollen verständlicherweise irgendwann Mal einen Strich darunterziehen, bzw. damit abschließen und aus dieser Police ausscheiden. Um noch was zu dem Thema Inflation etc. zu ergänzen, diese führt auch dazu, dass die Wertentwicklungen der Policen, die bei uns landen alle sehr schlecht sind.

Manuel Koch: Wenn so viel Nachfrage besteht, und Ihre Kunden gerne diese Versicherung los werden wollen kommen sie zur ProLife GmbH. Sie sind ja auch in der ganzen DACH-Region aktiv, aber warum ist es dann für Sie so interessant diese Policen aufzukaufen?

Was wir sehen ist teilweise wirklich erschreckend, also uns kann tatsächlich nichts mehr schocken. Wir haben schon echt alles gesehen

Felix Früchtl: (lacht) Die Frage bekommen wir häufig gestellt. Wenn die Lebensversicherung doch so schlecht laufen, was wollen Sie dann damit? Die ProLife GmbH ist der Verwerter dieser Lebensversicherung, so zu sagen wie ein „Schrottplatz“. Heißt wir kaufen diese Policen an und holen das maximal mögliche aus diesen Versicherungspolicen raus. Wir lösen diese im Nachgang selbst auf und behalten diese nicht im Bestand und verkaufen diese auch nicht weiter. Dafür sind die Policen einfach nicht rentabel genug. Es gibt quasi niemanden mehr der diese Policen in der Zukunft weiter besparen möchte, so dass wir wirklich das optimale aus diesen Policen rausholen müssen. Im Sinne von steuerlicher, juristischer und aktuarischer Art. Um die Police hier optimal zu verwerten und somit dann mit unseren Kunden zusammen im Boot sitzen zu können.

Manuel Koch: Kann sich denn jeder an die ProLife GmbH wenden, von der Privatperson bis zum institutionellen Anleger, wer kann „anklopfen“?

Felix Früchtl: Es sind natürlich viele institutionelle Firmen, die uns in Anspruch nehmen möchten, dennoch haben wir selbstverständlich auch eine sparte für Privatkunden. Der einfachste Weg um mit uns in Kontakt zu treten ist, sich über Social-Media oder über unsere Homepage an uns zu wenden.

Prozess zur Prüfung Ihrer Police:

  • Prüfung der Versicherung (Welche Gesellschaft, Welche Versicherungsart, Rückkaufwert, usw.)
  • Unverbindliche Anfrage auf unserer Homepage stellen (Felder mit Eckdaten Ihrer Police füllen)
  • Wir kontaktieren Sie innerhalb von 48 Stunden
  • Anschließend sprechen wir mit Ihnen durch, wie Ihre Police aufgestellt ist/Möglichkeiten/Rendite-Entwicklung
  • Entscheidung des Kunden, ob er unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte/oder nicht
  • Servicegebühr hängt prozentual von dem Wert ab, den wir von der Versicherungsgesellschaft erhalten und wird bei der Vorleistung am 18 Tag abgezogen

Rechtliche Nachbearbeitung der Police:

  • Viele Versicherungsgesellschaften zahlen nicht immer den Ertrag aus, der den Versicherungsnehmern zustehen würde
  • Prüfung von externen Anwälten auf aktuarische & juristische Fehler in den Verträgen, Ansprüche des Versicherungsnehmers werden geltend gemacht
  • Kunde & ProLife GmbH partizipieren

Manuel Koch: Ist es heutzutage noch sinnvoll eine Lebensversicherung abschließen? Wird das noch gemacht?

Felix Früchtl: Lebensversicherungen werden heutzutage zwar noch abgeschlossen, inwiefern das sinnvoll ist steht aber auf einem anderen Blatt. Nicht alle Policen können über einen Kamm geschert werden, das ist auch klar. Grundsätzlich, eine klassische Lebens- oder Rentenversicherung wie man sie aus der Vergangenheit kannte, macht meiner Meinung nach keinen Sinn mehr. Wir haben aktuellen den Garantiezins von 0,25 Prozent vor Abzug von Kosten, heißt man kann davon ausgehen, dass man Geld vernichtet, gerade auch unter den aktuellen Inflationsbedingungen. Fondsgebundene Policen sollte man auch überdenken, da sind die Kosten häufig sehr hoch. Zu den fondsgebundenen Policen gibt es gerade einen aktuellen Artikel, der von diesen auch eher abrät. Am besten ist es wirklich tief ins Detail zu gehen und durchzulesen, ob das alles auch Sinn macht. Die Altersvorsorge sollte man tatsächlich in eigene Hände nehmen und diese nicht an jemand Externen oder Dritten weitergeben.

Manuel Koch:
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Sehen Sie sich gerne Ihre Police mal genauer an und wenn Sie diese schon gekündigt haben, prüfen sie doch auch ob Sie Ihre Auszahlung hoch genug war.